Von der Kunst des Erzählens.

Alexander Finkel Der Erzähler
Alexander Finkel freut sich

"Das ist die erste Lesung ohne Buch die ich erlebe", erzählte mir eine Dame nach einer Vorstellung im Rheinland.

"Es ist so gut an die eigenen Träume zu glauben", so die spontane Reaktion einer 78 jährigen Oma aus Berlin.

"Wenn man nur allen Erwachsenen so begeistert zuhören könnte wie Ihnen", war sich eine Gruppe von Oberschülern in Neumünster einig.

"Wann kommt man denn in den Genus eine Geschichte erzählt zu bekommen", fragte mich eine Familie in Zürich.

Ein Psychologe aus München bemerke gar, "Es ist die Art Ihrer Stimmführung, die mich in eine ganz angenehme Trance fallen lässt". Gerade in Zeiten von medialer Überfachtung braucht es Oasen der Besinnung.

Was ist das, das Menschen schon nach wenigen Minuten ihre reale Umgebung vergessen lässt, dass sie eintauchen lässt in "ganz andere Welten"?

Wer einmal das Glück hatte einen arabischen Geschichtenerzähler in Aktion zu erleben, wird den Inhalt des Erzählten nachvollziehen können, ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Es sind die  Gesten und die Art der Stimmführung die dem Erzählten Gestalt geben, vor allem jedoch die Empathie des Erzählers. Wer gerne reist oder Museen besucht wird den Unterschied kennen zwischen auswendig gelernter Information und einem ganz lebendig und unterhaltsamen Vortrag.

Auch hier ist Empathie und Phantasie im Spiel. Zu der Zeit als ich meinen Unterhalt noch in einem ganz unkünstlerischen Beruf verdiente, kam mir meine Phantasie oft zu Hilfe. So konnte ich mir eine ganz banale, langweilige Arbeit zu einem spannenden Abenteuer umphantasieren. Dieses Fähigkeit Dinge in einem anderen Licht zu sehen ist sicher ein Grund dafür warum meine Erzählungen so erfolgreich sind. Ich lasse Raum für eigene Phantasien und Bilder. Ein weiters "Geheimnis" ist es in Resonanz zum Publikum zu gehen. Hier ist der Reiseführer der seine Gäste begeistern will ebenfalls ein gutes Beispiel.

Natürlich mache ich es nicht wie jener Reiseführer in Ägypten, der mich nicht des Trinkgeldes wegen mehrfach wie ein Familienmitglied beim Arm packte und mir sehr bedeutungsvoll vom Leben der Nomaden berichtete. Seine Motivation war mein ehrliches Interesse. Genauso motivieren mich meine Zuhörer und Zusachauer. Es ist schon ein wunderbares Gefühl zu sehen wie sich die Menschen entspannen und ich förmlich spüren kann wie sie in "meine" Geschichte eintauchen.

Ihr Alexander Finkel