02.12.2010 | WAZ
Alexander Finkel faszinierte seine Zuhörer mit Texten von Heinrich Heine
Mitreißendes Wintermärchen
WERNE - "Ich spreche diesen Text nun seit 23 Jahren, doch habe ich jedes Mal so viel Freude daran, wie beim aller ersten Mal", versicherte Alexander Finkel, der am Dienstagabend in der Buchhandlung Beckmann aus Heinrich Heines "Deutschland, ein Wintermärchen" las. Die Zuhörer glaubten ihm dies aufs Wort. Sie ließen sich von dem satirischen Erzähltheater mitreißen, ja entführen in die kritische, ironische Gedankenwelt des provokanten Heines.
Finkel plauderte zur Einführung scheinbar "aus dem Nähkästchen", erzählte humorvolle Geschichten über Heine und sich selbst und schuf so eine nahtlose Überleitung zum 1843 verfassten Deutschland kritisiert. Trotz Gesellschaftskritik handelt es sich um eine Satire, weshalb Finkel es sich nicht nehmen ließ, darauf zu verweisen, dass "Lachen erlaubt" ist.
Bald stellte sich heraus, dass gelegentliches Schmunzeln sogar unvermeidbar war, was besonders an der lebendigen, sympathischen Vortragsweise lag. Dementsprechend groß fiel der Applaus am Ende der Veranstaltung aus. Mit einem Blick nach draußen schien der Abend vollkommen. Mit den rieselnden Schneeflocken assoziierten die Zuhörer ohne jegliche Ironie den Titel des Vortrags: Deutschland, ein Wintermärchen.



