05.12.2010 | Wetfählische Nachrichten
Alexander Finkel führte am Dienstag das Wintermächen auf
Heine die Stimme geliehen
Einen Alexander Finkel in Hochform sahen am Dienstagabend rund 50 Besucher bei Bücher Beckmann.
WERNE jm traurigen Monat November war's, die Tage wurden trüber" - so beginnt Heinrich Heines "Wintermärchen" - "Eine Punktlandung", sagte Hubertus Waterhues, als er jetzt am letzten Tag des Monats Alexander Finkel in seiner Buchhandlung Beckmann zu einer Lesung des Wintermärchens" begrüßte. Das Wort Lesung allerdings würde Alexander Finkel nicht gerecht - die Besucher erlebten vielmehr eine Aufführung des satirischen Versepos', das der Dichter 1844 veröffentlichte. Eine Aufführung getragen vom Respekt vor dem Dichter und vor dem Text. "ich leihe Heine meine Stimme", sagte Alexander Finkel, "ich versuche die Texte so vorzutragen, wie es ihm vielleicht gefallen hätte".
"Deutschland. Ein Wintermärchen» ist kurz gesagt eine in 27 Gesänge ("caput") aufgeteilte satirische Reisebeschreibung - von Aachen unanderem durch Westfalen denTeutoburger Wald, über Hannover nach Hamburg, wo die Schutzgöttin Hammonia dem Erzähler einen Blick in Deutschlands Zukunft verspricht. Heinrich Heines Werk wurde noch im Jahr seiner Erstveröffentlichung durch die Zensur verboten. Alsbald wurde das Wort vom "Vaterlandsverräter" laut - Heine aber sah sich als Kritiker aus Vaterlandsliebe. "Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr wie ihr", heißt es im Vorwort zum "Wintermärchen" .
Ob lyrisches Ich, Kaiser Barbarossa oder die Hammonia - Alexander Finkel gelang es, in die Rolle des jeweils Sprechenden zu schlüpfen. Er schreit, flüstert,-lächelt - und auch seine Mimik stellt dar, was er spricht. Dabei wechselt Alexander Finkel zudem immer wieder in die jeweiligen Dialekte.
Mit einem anderen Wort als "faszinierend" war der Abend kaum zu beschreiben, was die Besucher mit einem langen Applaus bestätigten, Zum Schluss noch einmal Alexander Finkel: Aenn ich ein caput besonders gut vorgetragen habe, dann schaut Heinrich Heine vielleicht herunter und sagt: Und ich hab's geschrieben-.



