31.05.2010 | Freies Wort

Orientalisches Erzähltheater mit Alexander Finkel In der Goldnen Sonne Schneeberg - Geschichte kommt beim Publikum gut an

Ein Wessi schickt die Ossis gestenreich in die Wüste

Gestenreich zog Alexander Finkei am Freitag in der "Goldnen Sonne" das Publikum in seinen Bann.
Gestenreich zog Alexander Finkei am Freitag in der "Goldnen Sonne" das Publikum in seinen Bann.

VON ROLF PAUSCH

Schneeberg. Wer seinen Lebenstraum verwirklichen will, muss schon etwas riskieren. Dies war die zentrale Botschaft des Erzählers Alexander Finkel, der Freitagabend im Schneeberger Kulturzentrum "Goldne Sonne" eine Kurzfassung von Paulo Coelhos Romans"Der Alchimist" las.

Gestenreich und in lebendigern Erzählton zog Alexander Finkel sein Publikum in den Bann. Er hat sich für seine Darstellungsform die orientalischen Märchenerzähler zum Vorbild genommen. Die Geschichte vom spanischen Hirtenjungen Santiago, dem vorausgesagt wird, er werde bei den Pyramiden einen Schatz finden, kam beim Publikum gut an. Immer wieder gibt Santiago seinen Traum von Ägypten und dem Schatz auf, wenn er zwischendurch bei seinen Wanderungen zu Wohlstand kommt. Wüsten zur Meditatlion und die Pyramiden zumindest bekommt er zu Gesicht.

Seinen goldwerten Schatz hingegen fand Autor Paulo Coelho (63) aus Buenos Aires. Er ist Multimillionär. 

Als "Orientalisches Erzähltheater", war der Abend angekündigt, die Goeä'sche Buchhandlung am Markt hatte es herbeigezaubert. Finkel - auf dem Podium barfuß im goldenen Kaftan sitzend - kommt aus Erfurt. In Worms am Rhein wurde er geboren, aber die Ostdeutschen sind ihm inzwischen lieber als seine westlichen Landsleute. Er schätzt die ehemaligen DDR-Schauspieler hoch ein, "weil die richtig was gelernt haben".

Sein Erweckungserlebnis habe er am Berliner. Ensemble gehabt. Dort lernte er den Schauspieler Eberhard Esche kennen, der durch den Film Spur der' Steine bekannt wurde. Esche trug das "Wintermärchen" von Heine vor, Alexander Finkel war hingerissen und ist es noch heute. In die DDR war er mit einer vom FDGB organisierten "Kulturdelegation für Westbürger" gekommen. Aue, Dresden, Reichenbach, Berlin waren damals die Stationen. Heute tritt Finkel auch in der Schweiz und in Österreich auf. Sein Erzähltheater sei im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich einmalig, vermutet er.

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